Theater Bonn - Veranstaltungen im Mai 2006
Von Theaterblick Redaktion
am 11.04.2006 15:26
Liebe Leute,
hier das Mai-Probramm vom Theater Bonn:
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OPER – WIEDERAUFNAHME
Samstag, 13. Mai 2006, 19.30 Uhr, Opernhaus
„Satyagraha“
von Philip Glass
Oper in drei Akten
Libretto von Constance de Jong (basierend auf der Bhagawadgita)
In Sanskrit mit deutschen Übertiteln
„Satyagraha“ – übersetzt: „Festhalten an der Wahrheit” – nannte Gandhi seine zentrale Lehre, die er als
Angehöriger einer ethnischen Minderheit während seines Südafrika-Aufenthalts als eigene Form des Zusammenlebens sowie
des politischen, aber gewaltfreien Widerstandes zu praktizieren und zu vermitteln suchte. In den drei Akten seiner Oper
zeichnet Philip Glass ein Bild der einzelnen Entwicklungsstadien der Satyagraha, angefangen von der Konkretisierung und
Politisierung einer spirituellen Idee, über deren Ablehnung und Verfolgung durch Öffentlichkeit und Staatsgewalt bis
hin zur Etablierung eines zeitlos gültigen philosophischen Prinzips.
„Satyagraha“ entstand Ende der 1970er Jahre als Auftragswerk der Stadt Rotterdam, doch mit der historischen Person
Gandhis und dessen Lehren hat Glass sich schon früher beschäftigt. Auch die Hinwendung zur Minimal Music, jener
kompositorischen Form, mit der er seit Mitte der 1960er Jahre konsequent arbeitet, rührt von dem intensiven Studium
indischer Musik her. Seitdem finden seine Repetitionen eingängiger Klangstrukturen ihre Umsetzung in allen
musikalischen Gattungen, sei es in Gestalt des Solokonzerts, des Musik- und Tanztheaters oder der Filmmusik.
1981 erlebte „Satyagraha“ in der legendären Inszenierung Achim Freyers am Staatstheater Stuttgart seine Deutsche
Erstaufführung. Die Bonner Premiere war im Juni 2004. Glass‘ Meisterwerk wird nun im Rahmen der
BIENNALE BONN :INDIEN von THEATER BONN wieder aufgenommen.
Die musikalische Leitung liegt in Händen von Ulrich Windfuhr. Als Gandhi steht Mark Rosenthal auf der Opernbühne. Es
spielt das Beethoven Orchester Bonn.
BIENNALE BONN :INDIEN | 13.-21. MAI 2006
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Theater, Tanz, Musik, Literatur, Film & Kunst
Bonn sagt „namasté“: Herzlich willkommen, Indien! Mit Indien stellt die BIENNALE BONN in diesem Jahr ein Land vor,
dessen kulturelle Vielfalt seinesgleichen sucht. Dieser vielfältigen Gegenwart bietet die BIENNALE BONN 2006 ein Forum.
Noch nie hat es eine so konzentrierte spartenübergreifende Präsentation der zeitgenössischen Kultur Indiens gegeben
– eine bisher einzigartige Gelegenheit, die herausragenden Künstler Indiens live zu erleben.
Die kulturellen Metropolen des Landes sind Delhi und Bombay (Mumbai), Kalkutta (Kolkata) und Bangalore. Bangalore steht
für das IT-Paradies, Bombay für das Bollywood-Kino,
Kalkutta ist Heimstatt vieler anglo-indischer Autoren und Delhi das politische Zentrum eines Landes, das sich als
booming nation einen Platz an der Weltspitze der Wirtschaftsnationen erobert hat – und das als weltgrößte Demokratie,
die sich bei allen kommunalen Problemen als tragfähig erwiesen hat. Indien ist in der Moderne angekommen – und zwar in
einer ganz eigenen Variante. Wir im Westen wissen – trotz Bollywood und Indian Beats – noch immer sehr wenig von
dieser Entwicklung, die gekennzeichnet ist von der Übersetzung altüberlieferter Traditionen in zeitgenössische
Ausdrucksformen in Theater, Tanz, Musik, Literatur, Film und Bildender Kunst. Der Brückenschlag zwischen Tradition und
Moderne prägt auch die künstlerischen Sujets: einerseits indische Götter und Helden der seit Jahrtausenden lebendigen
Epen, andererseits brisante Themen einer Gegenwart, die sich in den letzten Jahren rasant gewandelt hat und das
bewährte soziale Gefüge Indiens aufzulösen droht.
Die BIENNALE BONN :INDIEN präsentiert 12 Theatergruppen, 4 Tanzproduktionen,
1 Oper, 5 Literaturveranstaltungen, 6 Konzerte und zwei Party-Events. Darüber hinaus nähern sich 5 Ausstellungen in
Kooperation mit Bonner Museen dem Thema, ebenso wie ein zweitägiges Symposion in Kooperation mit der Rheinischen
Friedrich-Wilhelms Universität Bonn. An mehreren Abenden werden zudem indische Dokumentar- und Spielfilme gezeigt.
Künstlerische Leitung: Klaus Weise, Steffen Kopetzky
Festival Management: Elena Krüskemper (email)
Geschäftsführung THEATER BONN: Klaus Weise, Joachim Fiedler
ZUM LETZTEN MAL
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Sonntag, 7. Mai 2006, 18 Uhr, Opernhaus
„Cardillac“
Oper in drei Akten (vier Bildern) von Paul Hindemith
Text von Ferdinand Lion nach „Das Fräulein von Scuderi. Erzählung aus dem Zeitalter Ludwigs des Vierzehnten“ von
E.T.A. Hoffmann
Nach „Don Giovanni“ widmete sich Klaus Weise in seiner zweiten Bonner Operninszenierung mit „Cardillac“ einem Werk
aus dem 20. Jahrhundert. Der Inhalt der Oper geht allerdings auf die Erzählung „Das Fräulein von Scuderi“ von E.T.A.
Hoffmann aus dem 19. Jahrhundert zurück: Vor dem Haus des Goldschmieds Cardillac wird ein Mann erstochen aufgefunden –
weiteres Opfer einer Serie mysteriöser Mordfälle, die die Pariser Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen. Allen
Opfern ist eines gemein: Sie besaßen Preziosen aus der Werkstatt des stadtbekannten Juweliers Cardillac. Angezogen von
dem gefährlichen Reiz jenes Schmucks, wünscht sich eine Dame von ihrem Kavalier ebenfalls ein Schmuckstück aus
Cardillacs Meisterhand. Entgegen dessen Warnung erwirbt der junge Mann einen kostbaren Gürtel, den er schon bald mit
seinem Leben bezahlt. Aus Liebe zu Cardillacs Tochter begibt sich ein Offizier, der die Zusammenhänge erahnt,
absichtlich in Gefahr. Bei einem gescheiterten Mordversuch entlarvt Cardillac sich sodann selbst als Mörder und wird
von der Menge gemeuchelt.
Die Aufführung wurde vom Premierenpublikum begeistert gefeiert. Jetzt wird „Cardillac“ am THEATER BONN letztmals
aufgeführt.
Mit Andreas Scheibner als Cardillac, Asta Zubaite in der Partie der Dame und Carmen Fuggiss als Tochter sowie Timothy
Simpson u. a., unter der musikalischen Leitung von Erich Wächter.
Freitag, 19. Mai 2006, 19.30 Uhr, Opernhaus
„Hans Christian Andersen“
Choreographisches Theater von Johann Kresnik
Anlässlich des 200. Geburtstages von Hans Christian Andersen inszenierte Johann Kresnik als Erster die Biographie des
weltberühmten Verfassers von Märchen, wie „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“, „Das häßliche Entlein“,
„Die Prinzessin auf der Erbse“ oder „Die kleine Meerjungfrau“. Andersen war ein Fremder in dieser Welt: eitel und
wahrlich keine Schönheit, voller Angst vor dem Leben und verliebt in das Unmögliche, ein Hypochonder, cholerisch,
morphiumsüchtig, unglücklich und immer auf der Reise zu sich selbst. Andersen lebte vor allem in seinen Märchen, und
somit erzählen diese das Leben ihres Verfassers. In den Protagonisten finden wir die Eigenschaften des Magiers Hans
Christian Andersen, dessen Texte bis heute zu den von Jung und Alt meistgelesenen Märchen der Weltliteratur zählen.
„Hans Christian Andersen“ ist ein Choreographisches Theater über die Magie des Lebens, der Kindheit und den Preis des
Erwachsenwerdens. Andersens Traum von der ewigen Kindheit als Paradies erfüllte sich im eigenen Leben nicht. In seinen
Märchen aber bewahrt er die Sehnsüchte und Träume, so dass er in seiner Autobiographie schreiben kann: „Mein Leben
ist ein schönes Märchen, so reich und glücklich.“
Das Libretto verfasste Christoph Klimke. Die Musik schrieb der zeitgenössische österreichische Komponist Kurt
Schwertsik. Es tanzt das Ensemble des Choreographischen Theaters. Die Aufführung ist am 19. Mai 2006 letztmals in Bonn
zu sehen.
WERKSTATT-REIHE
Sonntag, 6. Mai 2006, 20 Uhr, Werkstatt
„Philosophie heute“ 4 – Eine deutsche Nachkriegs-Philosophiegeschichte
Mit Originalbeiträgen aus dem WDR-Archiv
Als Fortsetzung der Reihe „Die Bonner Republik“ suchen wir bei den Filmabenden „Philosophie heute“ nach den
philosophischen Grundlagen der Zeit zwischen Kriegsende und Wiedervereinigung. Der 4. Filmabend der Reihe „Philosophie
heute“ wird eröffnet mit einer Diskussion aus dem Jahr 1968 zwischen Prof. Hermann Ulrich und Prof. Heinrich Beck zum
Thema „Was ist der Mensch? Rolle – Kultur – Gesellschaft. Anschließend folgt der Beitrag „Die andere Stimme“ mit
der Vorstellung von „Deutschen Philosophinnen im 20 Jahrhundert“ und ihren unterschiedlichen Ansätzen bei der Frage
nach einem weiblichen Denken in der Philosophie.
Der Eintritt ist frei!
OPERA XTRA
Montag, 22. Mai 2006, 20 Uhr, Opernhaus-Foyer
Liederabend mit Asta Zubaite
Am 22. Mai lädt die Mezzosopranistin Asta Zubaite zu einem Liederabend in das Foyer des Opernhauses ein.
UND AUSSERDEM...
Montag, 8. Mai 2006, 19.30 Uhr, Opernhaus
„Acht Tage danach“ zur Premiere „Orphée et Euridice“ mit Konrad Beikircher
Konrad Beikircher beleuchtet in „Acht Tage danach“ die Premiere von „Orphée et Euridice“ wieder auf seine ganz
besondere Art und Weise: garantiert mit Klangbeispielen aus dem Ghetto-Blaster und einem Kritikenspiegel.
OPERNMATINEE ...
Sonntag, 28. Mai 2006, 11 Uhr, Opernhaus
... zu „A Midsummer Night’s Dream“ („Ein Sommernachtstraum“)
Regisseur Silviu Purcarete, Bonns Erster Kapellmeister Wolfgang Lischke sowie Sängerinnen und Sänger stellen Inhalt
und Musik der Shakespeare-Oper von Benjamin Britten vor. Es moderiert Operndramaturg Martin Essinger.
Der Eintritt ist frei!
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Mit freundlichen Grüßen
und besten Wünschen,
Ihre Theaterblick Redaktion.
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