UTOPIE : ABGELEHNT
Von Georg Franz
am 19.10.2005 19:51
Jury: Katarina Matiasek, Ursula Maria Probst, Hedwig Saxenhuber, Hemma Schmutz, Dieter Schrage
veranstaltet von die AMS Aktiven Arbeitslosen und Media Austria
Eröffnung der Ausstellung 18. Oktober um 19:00
Ablehnung der Projekte
KUNSTHALLE EXNERGASSE UND WUK-PROJEKTRAUM
Währingerstrasse 59, 1090 Wien
Ausstellungsdauer: 19.10. bis 04.11.2005
Di - Fr 14.00 - 19.00, Sa 10.00 - 13.00
Veranstaltet von die AMS Aktiven Arbeitslosen und Media Austria
Wir laden alle bei UTOPIE : FREIHEIT und anderen diversen Kunstwettbewerben abgelehnten Projekte ein, ihre Konzepte und
Realisierungen trotz Subventionsverweigerung zu präsentieren !!!
Die 513.678 AMS AKtiven Arbeitslosen, die Jobbewerbung zu Jobbewerbung gehetzt werden solidarisieren sich mit
abertausenden KünstlerInnen, die von Wettbewerb zu Wettbewerb, von Subventionsantrag zu Subventionsantrag, von
Sonderprogramm zu Sonderprogramm eilen und doch fast nur Ablehnungen einsammeln und ab und zu ein paar Krümmel vom
grossen Kuchen abbekommen, der von jenen aufgefressen wird, die geschützt werden von jenen, die in Personalabteilungen
und Kuratorien sitzend den Ansturm der Hungernden abwehren.
Die AMS Aktiven Arbeitslosen fordern das bedingungslose Grundeinkommen und eine satte Gewinnbeteiligung sowie den freien
Zugang zu Bildung, Kultur und Produktionsmittel für Erwerbsarbeitslose und KünstlerInnen.
Mehr in Kürze im "Manifest der Abgelehnten" unter http://www.wiendarfalles.at
UTOPIE : ABGELEHNT findet in einem Jahr statt, in dem das Moment der Vorspiegelung künstlerischer Freiheit und
Aktivität als identitätsstiftendes Konstrukt des Wiener Wahlkampfes offizieller Selbstbespiegelung steht. Das Thema
versucht den Begriff Freiheit auf sein utopisches Potenzial zu beschränken und ihn inmitten wahlpolitischer
Vereinnahmung als leeres Versprechen neu zu formulieren.
Die Kunst - der Ort, der überall ist" - steht in krassem Widerspruch zur Politik des unbegrenzten Wettbewerbs und der
Abgrenzung der Mehrheiten eröffnet gleichzeitig Freiräume für die Sieger, die sich nicht im Geflecht vorgefundener
Bedingungen verorten lassen. Die Utopie wie die Ablehnung stehen damit im Spannungsfeld von Politik und Poesie und
greifen - indem sie den Fokus vom Möglichen auf das wirtschaftliche Erwünschte lenken - auf emanzipatorische
Strategien der Selbstbeschneidung zurück.
Im Frühjahr 2005 wurde vom Verein Open Mind der offene Wettbewerb UTOPIE : FREIHEIT ausgeschrieben, an dem sich
Kunstschaffende unabhängig von einschränkenden Kriterien beteiligen konnten. Die erste Stufe war ein Ideenwettbewerb,
bei dem im weitesten Sinne utopische - weil in der nunmehrigen Form noch nicht existente - Projekte, die Freiheit
bekamen, abgelehnt zu werden. Aus über 250 Konzepten hat die Jury 229 Projektideen zur Schubladisierung ausgewählt,
deren Ergebnisse nun in der Kunsthalle Exnergasse nicht gezeigt werden. Im Rahmen der Ausstellung werden 15 der von der
Jury ausgeschiedenen Arbeiten nicht gezeigt, von Open Mind wurden 3 weitere Projekte in Konkurrenz zur
Nichtpräsentation eingeladen.
Kunsthalle Exnergasse
http://www.utopie-freiheit.at
http://www.wiendarfalles.at
Liebe Grüße,
Georg Franz.
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Redaktion Theaterblick
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